• Ralf Metzger

Wer bin ich fotografisch? Was ist mein Warum?


Diese Frage ist sicherlich eine der meistgestellten unter Fotografen, direkt hinter „Was ist ein gutes Foto?“ worüber ich mich hier ja auch schon ausgelassen habe und sicher auch noch das eine oder andere Mal auslassen werde.


Erste Berührungspunkte mit der Fotografie hatte ich durch meinen Vater und meinen Großvater, die beide leidenschaftlich fotografiert haben und zwar so lange ich mich zurück erinnern kann. Beide haben auf Diafilm belichtet. Danach gab es die berühmten Diaabende, mein Opa hat die eine oder andere Serie von Urlaubsfotos später sogar mit Text und Musik unterlegt, sog. Tonbildschauen erstellt. Das war schon beeindruckend. Auch ich wollte dann immer fotografisch festhalten, was wir in unseren Urlauben erlebt haben.


Meine erste Kamera, an die ich mich zurückerinnere, war eine rote Revue 200F, eine Fixfokus-Kleinbildkamera, die ich mit Farbfilmen bestückt hatte. Eines der ersten damit aufgenommenen Fotos gibt es auch noch, aufgenommen im Sommer 1987, als wir in Ungarn am Plattensee unterwegs waren und zu diesem Zeitpunkt gerade mit der Autofähre auf die Halbinsel Tihany übergesetzt haben.


Später kamen dann verschiedene Kameras, zwischendurch bin ich in das APS-C-System gewechselt, das waren Filme, aus denen keine Lasche mehr herausschaute, die man also nicht einfädeln musste. Die Filmkassette musste lediglich von unten in die Kamera eingeschoben werden, der Filmtransport und alles weitere funktionierte dann automatisch. Dieses System hab ich sehr gemocht, ist allerdings inzwischen schon seit Jahren eingestellt.


Irgendwann habe ich dann für einige Zeit das Interesse an der Fotografie verloren, das 2010 wieder zurückkehrte. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir meine erste digitale Kamera gekauft und seitdem bin ich immer am Ball geblieben, hab inzwischen das System gewechselt, bin also von Canon zu Sony gegangen und bin dort im Moment sehr zufrieden.


Was die Motive angeht, kann ich mich an die analogen Zeiten gar nicht mehr so richtig erinnern. Wenn ich mir aber alte Fotoalben anschaue (ja, davon gibt es einige), waren das vor allem Urlaubsfotos (Menschen, Städte, Landschaften). Außerhalb der Urlaube hab ich die Kamera immer mal an Geburtstagen in die Hand genommen, aber zwischendurch nicht viel experimentiert. Hatte vermutlich auch damit zu tun, dass ja immer ein Film gekauft und verfügbar sein musste, und der ganze Entwicklungsprozess war ja damals noch sehr langatmig und langwierig.


Seit ich dann mit der digitalen Fotografie begonnen habe, habe ich mir über Präsenzworkshops und Youtube-Tutorials sehr viel beigebracht und auch sehr viel Inspiration geholt. In den Anfangszeiten waren meine Themen neben der Urlaubs-Fotografie vor allem Architektur und Stadtlandschaften, zumal ich seit Jahren in Frankfurt arbeite und mich dort jeden Tag vor Motiven, die auf mich warten, gar nicht retten kann.


Mit Beginn der Corona-Pandemie hat sich das geändert. Ich bin nur noch sehr sporadisch nach Frankfurt gefahren, so dass das Thema Architektur nicht mehr so relevant war. Statt dessen habe ich mir der Landschafts- und Naturfotografie verschrieben, in den letzten Jahren hat sich das sukzessive immer mehr in Richtung Waldfotografie entwickelt.


Die eine oder andere Familienfeier (Hochzeit, Geburtstag etc.) fotografiere ich auch heute noch, das hat mich aber nie so sehr gereizt, dass es zu meinem Hauptthema werden sollte.


Statt dessen hat mich seit frühesten Tagen die Tierfotografie nicht losgelassen, insbesondere das Fotografieren von Luchsen. Auch hier war mein Vater der Auslöser, mit dem ich nämlich bereits seit ca. 1985 immer wieder bei Familienurlauben im Nationalpark Bayerischer Wald losgezogen bin in Richtung Tierfreigelände, um dort Luchse zu fotografieren. Glücklicherweise haben wir hier im Rhein-Main-Gebiet auch einen Tierpark, in dem es Luchse zu sehen gibt, so dass ich hier immer mal wieder das eine oder andere gute Foto erhaschen kann.


So, das war ein erster Abriss meines fotografischen Schaffens. Es gibt einige Schwerpunkte, die sich aber im Laufe der Zeit verschoben haben, aber es gibt nicht den einen fotografischen Fixpunkt, um den sich bei mir alles drehen würde. Das muss es auch nicht, denn ich mache das ganze zum Spaß und verdiene kein Geld damit. Außerdem bin ich neugierig und immer an neuen Dingen interessiert, was sich auch darin bemerkbar macht, dass sich meine fotografischen Themen ändern.


Das war jetzt sehr lang, länger als geplant – und vermutlich etwas Kreuz und Quer. Ich glaube aber, dass ich einen ganz guten Abriss über meinen fotografischen Weg gegeben habe. Ich weiß allerdings noch nicht, ob ich das Thema abschließend für mich geklärt habe. Sicher geht es dem einen oder der anderen von Euch auch so. Ist nicht der fotografische Weg eine fortwährende Suche nach der eigenen Identität? Ich denke schon und kann damit auch sehr gut leben.


Was denkt Ihr dazu? Habt Ihr Euch schon einmal Gedanken über Euer fotografisches Warum gemacht? Zu welchem Schluss seid Ihr gekommen? Lasst es mich gern wissen...


… und habt einen schönen Sonntag.

Ralf


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