• Ralf Metzger

Bildtitel – ja oder nein?

Nun, das kommt darauf an.


Im Alltag bin ich kein großer Freund davon, jedem Bild einen Titel zu vergeben. Ein Bild muss meiner Meinung nach von sich aus etwas erzählen. Ich möchte, dass der Betrachter sich eigene Gedanken gemacht und das Bild unvoreingenommen betrachtet. Wenn fünf Betrachter das Bild auf fünf unterschiedliche Weisen sehen und interpretieren, finde ich das erst einmal gar nicht schlimm. Vielmehr spricht das ja für die Kreativität des Betrachters.


Mit einem vorgegebenen Bildtitel würde ich den Betrachter diese Kreativität nehmen und ihn viel zu sehr in eine bestimmte Richtung lenken.


Natürlich kann ich umgekehrt auch bewusst durch einen Bildtitel eine bestimmte Vorgabe machen. Das sollte aber sehr bewusst und bedacht geschehen und nicht willkürlich.


Nehmen wir zum Beispiel folgendes Bild.



Hier fallen mir spontan zwei Bildtitel ein.

a) Die schönsten Wanderwege in Nidderau.

b) Was geschah in der Blutnacht von Nidderau? Wer hat Thomas S. erdrosselt?


Abgesehen davon, dass ich vielleicht eine Diagnose habe, wenn ich auf Titel wie den zweiten komme und dass es darüber hinaus einen solchen Fall meines Wissens nicht gegeben hat, so mache ich mir doch beim Blick auf das Bild ganz unterschiedliche Gedanken, wenn ich entweder die eine oder die andere oder aber gar keine Unterschrift zu diesem Bild habe.


Daher ist meine Devise meistens, der Phantasie des Betrachters freien Lauf zu lassen und ihn nicht durch meine Vorgaben einzuengen.


Wie seht Ihr das?


Habt einen schönen Sonntag.

Ralf




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