• Ralf Metzger

"Wahrnehmung des Alltäglichen" und fotografisches Scheitern

Aktualisiert: 10. März


Da ich mich ja inzwischen entschieden habe, meinen Alltag zu fotografieren, hat sich jetzt auch meine fotografische Überschrift über dieses Jahr herauskristallisiert, nämlich die "Wahrnehmung des Alltäglichen". Darauf werde ich in einem der folgenden Blogposts näher eingehen.


Was die Motive angeht, so scheinen sich für mich zwei Themenschwerpunkte herauszukristallisieren, nämlich "zu Hause" und "Landschaft". Früher habe ich auch viel in der Stadt fotografiert, doch da ich coronabedingt seit zwei Jahren nur noch sporadisch nach Frankfurt komme (und das ist schon aufgerundet :-) ), hat sich dieses Thema vorübergehend erledigt.


Darüber hinaus ist unser Sohn Anton seit vier Jahren einer meiner fotografischen Schwerpunkte. Allerdings bin ich der Meinung, dass Fotos der eigenen Kinder im Internet nichts zu suchen haben. Daher ist das ein Thema, das mich zwar fotografisch durch das Jahr begleitet, das aber nicht in dieses Projekt einfließen wird.


Und was ist mit Scheitern?


Je größer und höher wir unsere Ziele setzen, umso sicherer ist es, dass wir scheitern. Das ist einer der Gründe, warum ich meine Rahmenbedingungen so gewählt habe. Ich möchte die Fotos alle mit meinem Smartphone aufnehmen. Das Smartphone habe ich immer bei mir, daher kann ich bei Bedarf jederzeit das Handy zücken und das Foto aufnehmen. Zudem werde ich die Fotos direkt im Smartphone bearbeiten. Dazu nutze ich die App "Snapseed". Die Bearbeitung eines Bildes benötigt weniger als eine Minute. Daraufhin wird das Bild mit einem kurzen Begleittext auf Instagram gepostet.


Hätte ich mich statt dessen entschieden, die Kamera zu nutzen, wäre der Aufwand um einiges höher gewesen, ich hätte die Bilder in Lightroom importieren, entwickeln und exportieren müssen, bevor ich sie auf Instagram veröffentliche. Das kostet im Normalfall wesentlich mehr Zeit. Und genau hier besteht das höhere Risiko, die Kamera nicht immer dabei zuhaben oder hier und da nicht die Möglichkeit oder die Zeit zu haben, die Bilder auf dem Rechner zu bearbeiten und zu präsentieren. Vermutöich wäre ich zum jetzigen Zeitpunkt schon gescheitert.


Das ist das technische Scheitern.

Dann gibt es aber noch das inhaltliche Scheitern.


Ein ganzes Jahr lang jeden Tag ein ikonisches Foto zu machen, ist schlicht und einfach nicht möglich. Das schaffen nicht mal professionelle Fotografen. Daher kann das nicht mein Ziel für ein Daily-Projekt sein, sonst hätte ich es gar nicht beginnen müssen. Somit habe ich mich hier für die "Wahrnehmung des Alltäglichen" entschieden. Das ist auch eine große Herausforderung, allerdings aus meiner Sicht weniger die fotografische, sondern eher die Herausforderung, die alltäglichen Dinge zu erkennen und die Entscheidung zu fällen, das vermeintlich langweilige zu fotografieren. Das einzelne Bild mag dann auf den ersten Blick auch langweilig sein, wenn man es aber im 365-Tage-Kontext und mit etwas Abstand sieht, steckt doch mehr dahinter.


Darauf werde ich bei Gelegenheit noch einmal im Detail eingehen. Für heute soll es das hiermit gewesen sein.


Bis bald.

Ralf

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